When you're talking to yourself and nobody's home ...
 



When you're talking to yourself and nobody's home ...
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/estrangedillusions

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
1./2. Weihnachtstag

Der 1. Weihnachtstag begann, verschlafen wachte Hannah in S.s Bett auf. Sie musste nach Hause, O. wollte sie doch anrufen und besprechen, wie der Abend verlaufen wird.

Gegen 14 Uhr war sie daheim, doch kein Anruf. Sie öffnete ihr Mailpostfach und siehe da: 3 neue Nachrichten, eine noch von Heiligabend, 12:28 Uhr:

dumdidu

mir ist langweilig... :-)

Die zweite vom 25.12., 12:26:

Kurznachricht: T. könnte jeden Moment kommen und dann
haben wir es eilig.

Kommste heute abend mit? Könntest mit dem Bus kommen. Haben genug Autos
und dann kannste was trinken.

Hauptbahnhof (ZOB), K****
Fr, 25.12.09 ab 18:10 0:41 0 Bus
E********  Bahnhof Fr, 25.12.09

Und die dritte von 12:33:


So nun ausführlich. Weiß aber nicht ob ich die Mail fertig
bekomme.
T. könnte jeden Moment kommen und mich abholen.
Haben es dann recht eilig.

Kommste heute Abend mit? Wäre bestimmt lustig.
Müsstest 19.30 in E******* sein.
Willst du was trinken? Du könntest mit dem Bus kommen.
K***** HBF Rtg E******* Ist um 18.51 da.
Müsstest dann nur 15min warten. Würde dich dann am
Bahnhof abholen. Falls du was trinken magst. Autos
die nach K***** fahren sind genug da.
Ich werde nüchtern bleiben.
Wie man eventuell an dem Text merkt war es
gestern recht heftig. Aber lustig.
[...]

Hannah las und antwortete mit einem kurzen Anruf, sie kommt mit dem Bus! Der Gedanke, etwas zu trinken und nicht mehr heimfahren zu dürfen reizte sie sehr. Was würde passieren, wie würde O. reagieren? Wo würde sie schlafen? Würde er sie ausquartieren oder in seinem Bett schlafen lassen?

Sie machte sich fertig: sie duschte gründlich, lies keine Stelle aus, an der ein Härchen zu viel sein könnte, cremte sich ein; die zerrissene Jeans würde sie anziehen, die zerschlissenen Chucks, die Lederjacke, darunter die dünne Sweatshirtjacke und das lange Top, das ihm gestern schon so gefallen hat. Diesmal mit Pferdeschwanz und dezentem Make-Up, langen Ohrringen.


Sie schaffte es gerade noch rechtzeitig zum Bus, schrieb gleichzeitig schon SMS mit J., den sie am Tag drauf treffen würde. Mein Gott, wenn heute was passieren sollte... Sie wusste nicht, was besser war, wenn sie es schaffen würden, sich zu treffen und nichts passiert – wäre es ihm egal und sie würden so verfahren wie die letzten Monate und es herrschte Funkstille? Oder würde genau das die Folge von einem „Ausrutscher“ sein? Oder würde er im Falle eines Falles sie wieder für sich gewinnen wollen? Oder würde sich zeigen, dass eine Freundschaft möglich ist, wenn sie nicht über sich herfielen? Fragen über Fragen...


Er holte Hannah am Busbahnhof ab, es war bitterkalt, 5 Minuten kam er zu spät. Sie stieg ein. Im Fußraum lagen Bierflaschen, seine Haare waren ungekämmt zusammen gebunden und er fuhr los. Sie hatten noch ein wenig Zeit, er zeigte ihr, wo seine Eltern wohnten, den Spielplatz von früher, erklärte das „A-Versteck-Spiel“ und telefonierte noch kurz mit seiner zukünftigen Ex-Freundin.

Sie holten ein paar Leute ab, insgesamt fuhr die Truppe mit 2 vollen Autos. Glatt war es. Ein paar Mal rutschten sie, einmal machten sie an der Tankstelle halt. O. kaufte eine Flasche Cola und ein Wassereis, wovon sich Hannah die letzten Bissen unter den Nagel riss. Er indes sprang auf dem zweiten Auto herum, alle lachten, sogar Hannah.

Nach langer Fahrt kamen sie endlich an, es war in einem kleinen Gemeindehaus. Es war noch nicht viel los. Er kaufte sich Kaffee und ihr Bier, dann setzten sie sich hinten auf eine Bank, er schlug die Beine übereinander. Mittlerweile hatte er seine Haare gerichtet, seinen Pulli ausgezogen, zum Vorschein kam ein schlanker Mann in blauem Hemd, mit Kaffeetasse und passender Untertasse in den Händen. Ob er so auch im Büro aussah, in dem er morgens saß? Es sah verdammt heiß aus... Es war aber auch sehr warm in diesem Gemeindehaus, O. meinte, er wolle sich andere Schuhe anziehen und er hätte noch ein T-Shirt dabei, also gingen O. und Hannah nochmal ans Auto. Sie rauchten beide noch eine Selbstgedrehte.


Die erste Band war interessant, eine Gitarristin, die ziemlich süß aussah, sie gefiel den beiden und sie scherzten darüber.

O. fragte Hannah, ob sie den einen von ihrer Truppe nicht süß fände, sie verneinte. Als O. auf Toilette war, kam ein langhaariger großer Typ auf sie zu und sagte, dass die Löckchen im Gesicht ja süß aussähen und ob die absichtlich nicht im Zopf integriert seien. Welches Shampoo sie benutzt. Ob sie allein hier wäre. In dem Moment kam er zurück, ging unauffällig vorbei und schüttelte dann grinsend den Kopf. Sie lief im schnell hinterher, er drehte sich um und sagte „dich kann man auch keine zwei Minuten alleine lassen!“.

Die zweite Band war ziemlich langweilig. O. kaufte andauernd Bier für sie und Cola für sich. Sieben Bitburger später schmeckte Hannah das Bier nicht mehr, es war fad. Angetrunken war sie keinesfalls, ihr wurde höchstens von dem bitteren Geschmack schlecht. Also stieg sie zu Cola um.


Die Heimfahrt war auch sehr amüsant. Auf der Rückbank saßen zwei Betrunkene, Hannah und O. hatten sehr viel Spaß. Als sie die beiden abgesetzt hatten, fuhren sie zu ihm. Zu Hause würde er noch ein Bier trinken. „Schläfst du schon?“, fragte er leise, „nein..“, gähnte sie zurück.

Sie kamen zu Hause an, der Kater kannte sie noch, begrüßte sie schnurrend, sie zog sich schon halb aus, die Sachen waren einfach zu unbequem. O. holte ihr die Decke aus dem Schlafzimmer, machte den Kamin an und dann lagen sie zusammen, er halb auf ihr, auf der Couch, tranken Bier und rauchten.

O. sagte, er sei müde „Gehen wir ins Bett?“ - „mhm!“ - „gut, geh schon mal vor...“

Hannah schnappte sich die Decke und schlich die Treppen hoch, zog den BH aus und stand nur noch in langem Top und Slip da. Was würde passieren? Beide waren müde. Nichts mehr.

Sie legte sich ins Bett und wartete. Dann kam er dazu, ließ das Licht aus und zog sich auch bis auf Shorts und Shirt aus.

„Mir ist kalt“, sagte sie. „Möchtest du damit was Bestimmtes andeuten?“ - „Nein. Doch... nur ein wenig.“ - „Ich hätte Lust auf kuscheln.“ - „Ja...“ und er legte die Decken übereinander, begann ihren Rücken zu streicheln, sie fasste an den seinen. Erst zärtlich, irgendwann fester, leichtes Kratzen, er konnte nicht von ihrem Po lassen. Doch keiner traute sich, weiter zu gehen. Erst nach sehr langer Zeit, als sich beide nicht mehr beherrschen konnten, küssten sie sich, fassten sich hart an, griffen dem Anderen an den Hals...

Sie vergaß, welcher Tag war. Sie vergaß alles. Selbst den Anderen.

Mehr als 3 mal liebten sie sich. Es war intensiver und besser als jemals bisher. Und er wiederholte immer wieder, als wolle er sich vor sich selbst rechtfertigen "Das war gut."

Am Morgen danach bemerkte Hannah, dass ein Ohrring fehlte. Er fuhr sie zu ihrem Auto und küsste sie mehrmals. Er musste los, er war um 11 Uhr zum Frühstück verabredet, wo wollte er nicht sagen... Aber sie wusste es, seine Ex. Sie musste nach Hause, sich umziehen und eigentlich auch schon wieder losfahren. Während der Fahrt hielt er ihre Hand.


26.12.09 13:05
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung