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Liebes Unterbewusstsein, was willst du mir eigentlich damit wieder sagen!?

Es war ein Sommertag, die Sonne lachte, er nahm meine Hand und wir gingen in einen Park, viele Menschen waren dort, doch sie waren uns egal. Seine blonden Haare wehten leicht im lauen Wind und mit meinem dünnen bunten Leinenrock um die Wette, ich ging barfuß und zeigte hierhin und dorthin. Er lachte, erzählte, erklärte und führte mich an die weit gelegenste Bank, mit dem wunderbaren Ausblick. Er saß am Rand und ich lag mit dem Rücken auf ihr, meinen Kopf in seinem Schoß, wir sahen uns an, lange. Und dann beugte er sich zu mir und küsste mich. Und ich erinnerte mich vage an eine ähnliche Situation...

Auf einmal war Aufruhr, er lief los, schaute nach, geriet in Diskussion; ich war besorgt, schaute nach ihm, rannte hinterher - zurück blieben meine Sachen, meine Tasche mit Geldbörse, Notizen, mir wichtigen Dingen, ...

Ich suchte, die Sonne verbarg sich hinter dichten grauen Wolken, die Straßenlaternen warfen große Schatten. Als ich ihn entdeckte, war er verändert und ich davon erschrocken. Er ergriff meine Hände, nahm sie hoch, zog mich an sich und verabschiedete sich von mir. Doch es war nicht mehr wirklich er. Oder doch!?

Entschuldigend blickte er mich an, er müsse fort, sagte, dass er mich lieb habe und küsste meine Stirn, wandte sich ab. Ich sah ihm nach. Blinzelte. Fühlte mein Herz rasen und als ich nach sehr langer Zeit realisierte, was passiert war, stand ich im Regen. Weit weg vom eigentlichen Ort des Geschehens, keine Chance zurückzufinden, geschweige denn, den Weg zu Fuß hinter sich zu bringen. Abgesehen davon, dass ich nicht mal ein paar Kupferlinge in der Hosentasche gehabt hätte, die klamme, enge Jeans beinhaltete nur noch ein Mobiltelefon - Akku leer. Ohne Mantel, ohne Regenschirm, ohne Handtasche, ohne Schlüssel. Im Nachhinein frage ich mich: Wieso trug ich auf einmal eine Jeans?

Ich ging, die Hände in die Hosentaschen, den Kopf trotzig nach vorn, an hupenden Vehikeln vorbei, in unmittelbarer Nähe passierte ein Unfall. Ich erschrak nicht. Ging weiter. Brauchte eine Lösung. Und was war überhaupt passiert!? 

Jemand musste benachrichtigt werden! Ich brauchte jedenfalls Hilfe und kam so nicht weiter. Ich kam in ein ruhigeres Viertel, klopfte an einer alten Holztür, eine scheinbar noch ältere Frau öffnete die knarrende Tür, sah mich mürrisch an. "Darf ich Sie bitten, mir einen Anruf zu genehmigen?", sie sagte nichts, zog die Augenbrauen hoch und die Mundwinkel gingen noch weiter runter. Sie war sehr groß und schmal, in einem altrosa-gefärbten Kleid, grauer Hochsteckfrisur und machte dann ihre Augen ganz klein, blickte mich scharf an "Warum sollte ich das tun? Kein Handy? Kein paar Pfennig für eine Telefonzelle?". Ich erklärte ihr den Sachverhalt und sie willigte missmutig ein, meinte aber noch: "Mach schnell, wir haben keine Flatrate". Es war ein altes Telefon. Mit Kabel, seltsam weichen Tasten, die nicht jede Zahl sofort annahmen. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich versuchte, unsere Telefonnummer von zu Hause zu wählen, jedes Mal wurde eine Zahl nicht erkannt und es gab keinen Knopf, der nur eine Stelle gelöscht hätte, ich musste immer wieder von vorne anfangen. Die alte Hexe diskutierte indes mit ihrem Mann und beschimpfte mich nebenbei, wollte mir das Telefon entreißen, aber darin sah ich meine letzte Chance. Und ich wählte, wählte, wählte...

13.12.09 19:09
 


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